Meine Lyrik

Plattdeutsch

03.11.2015

neu mein plattdeutscher Blog

Am Beek (Bach)

Ik satt an brusenden Beek

wiet wech van dat Gedöns inne Welt

dor laggen de Wellen to mi herup

un flüstern lies in rung Loop

di brannt in Harten de Leevde.


Plattdeutsch übersetzt, Klärchen


Ich saß am brausenden Bach

fern von der Welten Getriebe

da lachten die Wellen zu mir herauf

und flüsterten leis im schnellen Lauf

dir brennt im Herzen die Liebe


Christian Schmitt


Geheemste (Geheimnis)

Wi satten tosamen un proten so völ

van all Dingende, dagliks un Klatteree,

dat hett nich Inhalt un Enn.

Doch wi nomen dat wichtig

of luut ut de Boost us de Jubel ok full

un was ant Koop uns schreven,

min Kind wi weten`d beid noch nich

dat wi nanner leev.


übersetzt ins Plattdeutsche Klärchen

Geheimnis

Wir saßen zusammen und sprachen gar viel

von Dingen alltäglich und nichtig

es hatte nicht Inhalt und Ziel

doch wir nahmen es wichtig.

Ob laut aus der Brust uns der Jubel auch fiel

und stand es auf der Stirn uns geschrieben

mein Kind wir wissen es beide noch nicht

das wir einander lieben.

Hartspinnen (Herzgespinnste)
Ut Blickende spunnen
ut Drömen weevt
so hebb ik woll leevt.
Nu ist`all vergahn
aver weil de Leevde dat spunn
hung min heel Hart daaran.

Wilhelm Amenius

übersetzt hochdeutsch

Herzgespinnste
Aus Blicken gesponnen
aus Träumen gewebt
so hab ich gelebt.
nun ist alles vergangen
aber weil die Liebe es spann
hing mein ganzes Herz daran.

Vörjohr up platt


De ersten Stoorken bünt ankomen

luut mit de Snabel klackernt

maken se sük maarkbaar

Ok een Bood van de Vörjohr.


Die ersten Störche sind angekommen

laut mit dem Schnabel

machen sie sich bemerkbar.

Auch ein Bote des Frühlings.


Klärchen

Dat Föhlen mit de Natur

dat Aam, de Sinn söken

un finnen in Tied un Ruum

Ik staa mit beeden Beenen

in Leven un lehn mi an een Boom.


Das Fühlen mit der Natur

das Atmen, den Sinn suchen

und finden in Zeit und Raum

ich stehe mit beiden Beinen im Leben

und lehne mich an einen Baum.


Klärchen

Dat Geföhl danzt as Regendröpen

up de Sünnenglennen

de Warmte nümmt se up

överloopend fangt se an to strömen.

nee Leven fangt an.


Gefühle tanzen wie Regentropfen

auf den Sonnenstrahlen

die Wärme nimmt sie auf

überschäumend

beginnen sie zu fließen

wie ein Bach sprudelnd.

Neues Leben erwacht!

Klärchen


11.01.2015

Goethe auf Platt

hochdeutsch übersetzt

Mennigmaal heest du versömmt

statt to hanneln hest du drömt

statt to danken hest du swiegen

sullst wannern, blievst liggen

J.W.Goehte

Manches Mal hast du versäumet

statt zu handeln hast geträumet

statt zu danken hast gewschwiegen

solltest wandern bliebest liegen.


De Welt is nich ut Brei un Muus hersteelt

deswegen hullt jo noit nich as Schlaraffen

hard Beten givt dat to kaun

wi mutten dat würgen of verknusen.


Die Welt ist nicht aus Brei und Mus geschaffen

deswegen haltet euch nicht wie Schlaraffen

harte Bissen gibt es zu kauen

wir müssen erwürgen oder sie verdauen


De Saad

De Buur ploogt de Eer open

un smiet dat Saadkörrel rinn

De Sün maakt dat riep

wi wullnt dorvör dankbor sien


Der Bauer pflügt die Erde auf

und wirft die Saatkörner hinein

die sonne macht sie reif

wir wollen dafür dankbar sein


Urlaub ant Meer in Frankreich

18.06.2014

Gedankenlos

Strandlopers hen un her
Blick up dat Meer

Wellen komen un gahn`

grön as Smaragd
blau as de Himmel över mi
as Tinte in Tintenfatt
de mull unnern Föten
dat Gnistern van de Muscheln
hier un dor en Schatz
de in min Taske wannert.
Dat Meer spuckt moije Dinge ut
ober ok Müll
dat Moije van de Natur
de Müll van de Minschen
rung gahn se vorbi un dormit üm
dat bünt ja de annern
dorüm sünd se Gedanken-los worden.

K.S. Normandie


Dat ganze Leeven

Wacht wi nich uns ganze Leeven up watt?

Dat fangt doch in de Kindheit an. Up de Wienachtsmann wachten, up den Osterhas, up Vadder oder Modder.

Up Tügnissen, up de Frünnen, da givt bold nix wat wi utlooten könnt. Wo wi nicht drup wachten, kann man an fief Fingers afftellen.

Dor hett so manche Brut, vergebens up den Brüttigam wacht.

De Pastor up sine Schäfchen inne Kark.

Manche wachten ok dörup dat de Tied vergeiht, de Dag, de Nacht, se tellen de Stünden.

Annern wachten up de Geburt van dat Kind, öllern Lü wachten mennigmool up de Dod.

Is dat nu verschenkte Tied oder is dat geschenkte Tied ?

Ik men, dat is geschenkte Tied, wat mookt wi blot, wenn wi nicht wachten deen.

Tööv mool, wacht mal, ganz egol, in de Ogenblick blievt de Tied staan wenn wi dat dönt…, also is dat doch ne geschenkte Tied.

Dor kann man abers dee Wachtenden nich van övertügen, de seegt, „vergebens Tied staa ik hier.“

Wi leevt up disse Welt een bestimmte Tied, un meest Tied dorvan verbrengen wi mit wachten.

Ungeduldig woor ik, wenn ik up min Kerl wachten mut, annersrüm natürlich ok.

Ober well kennt noch de gooden Tugenden, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit.Wenn de Chef up den Lehrling toon Vörstellungsgespräch wachten mut, wort he ungeduldig, un de Lehrstee is womöglich weg. Mennigmool wacht man ganz umsünst und dat Wachten hätt sük nich lohnt.

Dat givt völ wor wi nicht gern up wachten.

Gern wacht man up wat, wenn` eene Belohnung dorför givt. Dann hett sük dat Wachten lohnt.

Up Urlaub wachten, dat moogt wi geern, dat kann nich lang genoog dürn. Wi weet ja wann dat sowiet is.

Een Betrachtung över dat Wachten un Töven allgemeen.


© Februar 2013 Klärchen Seesko

©

Gode Nacht

Over de stillen Straten

geiht klar de Klokkenslag

god Nacht, din Hart will slapen

un morgen ist ok en Dag


Din Kind liggt in de Weegen

un ik bün ok bi di;

din Sorgen un din Leven

is allens um un bi.

Noch eenmol laat uns spräken

Gooden Abend goode Nacht

De Maand schient up de Däken,

uns Herr Gott hölt de Wacht.

Theodor Storm